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Resiliente Menschen gelten häufig als Stehaufmännchen. Krisen und andere Herausforderungen scheinen sie nicht umzuwerfen. Was ist das Besondere an resilienten Menschen? Was machen resiliente Menschen denn anders? Und wie können auch Sie dies für sich erlernen oder bewahren. Resilienz können Sie nämlich selbst fördern.

 

Resilienz – die Widerstandskraft im Alltag

 

Resilienz meint in der Psychologie „seelische Widerstandskraft“.

 

Jutta Heller definiert Resilienz folgendermaßen:

 

„In der Psychologie bezeichnet Resilienz die seelische Widerstandskraft: die Fähigkeit trotz Belastungen gesund zu bleiben, aber auch die Kapazität, Krisen oder traumatischen Erfahrungen trotzen zu können und sogar daran zu wachsen.“

 

Es gibt verschiedene Konzepte, Faktoren, Schlüssel oder Säulen der Resilienz. Alle haben gemeinsam, dass es um bestimmte Denk- und Verhaltensweisen von Menschen geht, mit schwierigen Situationen im Leben – wie sie nun einmal immer wieder auftreten können – gut und souverän umgehen zu können und gesund aus Veränderungen und Krisen herauszukommen.

 

 

Herausforderungen und Krisen

 

Im Leben kann es immer wieder Herausforderungen oder richtige Krisen bis hin zu traumatischen Erlebnissen geben – sowohl im Job als auch im Privatleben.

 

Herausforderungen und Krisen im Job

 

Im Job stellen folgende Situationen möglicherweise eine Herausforderung dar oder können sich zu einer großen Krise entwickeln:

 

  • eine Umorganisation
  • fehlendes Personal oder Personalkürzung
  • eine veränderte Führungsriege
  • der Verlust eines großen Kunden
  • schlechte Auftragslage
  • der Verlust des Jobs
  • enormer Zeitdruck
  • unerreichbare Ziele
  • fehlende Transparenz

 

Egal, ob Sie angestellt sind oder selbstständig arbeiten: Manche Situationen können – auf den zweiten Blick – Chancen und Risiken mit sich bringen.

 

 

Herausforderungen und Krisen im Privatleben

 

Im Privatleben können folgende Ereignisse und Situationen beispielsweise Herausforderungen oder Krisen für Sie darstellen:

 

  • erstes/weiteres Kind mit neuer Rollendefinition für das Paar
  • Konflikte in Partnerschaft, Familie oder Freundeskreis
  • Erkrankung in der Familie oder im Freundeskreis
  • Pflege von Familienmitgliedern
  • finanzielle Sorgen
  • zu große und vielfältige Verpflichtungen

 

 

Viele, viele Projekte und Ideen

 

Gerade vielseitig interessierte und talentierte Menschen wie auch die sogenannten Scannerpersönlichkeiten, aber auch Personen mit vielen Rollen und Verpflichtungen wie zum Beispiel Führungskräfte und Projektleiter oder Mütter und Väter sind meistens Menschen, die eine (zu) volle Liste an To-dos haben. Da zählen viele Projekte dazu, Ideen, was man noch geschäftlich oder privat machen könnte oder sollte.

 

Vielleicht kennen Sie das von sich, dass Sie gar nicht wissen, wann Sie was am besten machen können. Der Tag und die Woche könnten ruhig länger dauern für all Ihre tollen Ideen. Dies kann leicht in Stress ausarten.

 

Oder Sie sind im Flow und die Projekte gehen – ohne es zu bemerken – bis spät in den Abend oder die Nacht. Und das immer wieder oder für längere Zeit.

 

So wird selbst aus etwas Positivem durch die Intensität möglicherweise eine krisenhafte Situation. Vielleicht dann, wenn der Partner oder die Partnerin sich dies nicht mehr länger anschauen will.

 

 

Folgen von zu vielen Herausforderungen und Krisen

 

Die Folgen sind nicht so einfach zu definieren.

 

Nicht automatisch ist man erschöpft, angespannt oder wird krank.

 

Es geht sehr um den Umgang mit (plötzlichen oder kontinuierlichen) Herausforderungen und Krisen. Dies meint die Bewertung und die Bewältigung, aber natürlich auch vorab die Prävention – soweit dies möglich ist.

 

Und die zu Verfügung stehenden Ressourcen spielen eine wichtige Rolle, um möglichen Stress zu verhindern oder zu bewältigen.

 

Im Blogbeitrag Woran Sie erkennen, dass Erholung bitter nötig ist habe ich dargelegt, was passieren kann, wenn man nicht genügend auf sich achtet und nicht genügend Erholung oder Abstand hat.

 

Einige Anzeichen sind:

 

  • Man kann sich nicht mehr konzentrieren.
  • Man wird nervös und unruhig, fühlt sich gehetzt.
  • Man kann nachts nicht mehr einschlafen oder wacht oft auf.

 

Aber manche Menschen – resiliente Menschen – geht es bei der nächsten Herausforderung, bei entstehendem Stress im Beruf oder im Privaten nicht gleich schlecht. Wieso?

 

 

Resiliente Menschen achten auf sich

 

Am Beispiel von einigen Faktoren und Schlüsseln der Resilienz (unter anderem nach Jutta Heller) möchte ich darlegen, was typische Haltungen, Denkweisen oder Verhaltensweisen von resilienten Menschen sind:

 

Akzeptanz

 

Akzeptanz als Einstellung und Haltung bedeutet, anzuerkennen, dass nichts bleibt, dass ständig Wandel möglich ist. So kann Gutes kommen und auch gehen – genauso wie Schlechtes kommen und gehen kann.

 

Resiliente Menschen haben gelernt, mit dem Unangenehmen und dem Unvermeidlichen, wie dies oftmals in Krisen und großen Herausforderungen der Fall ist, besser umzugehen.

 

Je schneller wir solch eine unangenehme oder unvermeidliche Situation annehmen und sie akzeptieren, umso schneller können wir die Verantwortung übernehmen und somit das Ruder wieder in die Hand nehmen.

 

Wir können nicht alle Situationen und Erlebnisse bezogen auf das Geschehen beeinflussen. Doch wir können immer steuern, wie wir diese bewerten und wie wir damit umgehen.

 

Resiliente Menschen vermeiden Sätze wie „Hätte ich doch …“ oder „Wenn doch nur …“. Sie akzeptieren hingegen die Umstände und übernehmen die Verantwortung zum aktiven Steuern.

 

 

Optimismus

 

Sagen Sie eher, das Glas ist halb leer oder das Glas ist halb voll? Sehen Sie eher die Dinge, die nicht gut am Tag gelaufen sind und die Sie geärgert haben, oder fallen Ihnen die Dinge auf, die gut waren? Nehmen Sie bei Ihren Projekten eher die Fortschritte wahr oder vor allem das noch zu Erledigende?

 

Resiliente Menschen zeichnen sich auch durch einen gewissen Grad an Optimismus aus, man spricht von einer optimistischen Grundhaltung oder einem realistischen Optimismus. Diese Grundhaltung hilft immens, schwierige Situationen und Umstände aus einer anderen Perspektive zu betrachten. So kann durch die Überzeugung, dass sich die Dinge zum Guten wenden können und auch werden, aus einer schwierigen eine wertvolle Erfahrung werden.

 

Das bewusste Verändern der Gedanken ist hier sehr hilfreich: Was kann schlimmstenfalls passieren? Wann ist dies nicht mehr relevant? Was könnte die Chance aus dieser kritischen Situation sein? Wofür könnte diese Erfahrung mittelfristig oder langfristig gut sein?

 

Darüber hinaus kann ich bewusst den Fokus auf die anderen – darüber hinaus positiven, erfreulichen und gut laufenden – Dinge lenken. Hier hilft das regelmäßige Ausfüllen des Erfolgstagebuchs (oder Positivtagebuch). So wird das Leben wieder ganzheitlicher wahrgenommen – auch mit seinen schönen und gut laufenden Facetten. So kann man einen realistischen Optimismus entwickeln.

 

 

Selbstwirksamkeit

 

Selbstwirksamkeit meint hier, unsere Fähigkeiten und Kompetenzen wahrzunehmen und überzeugt davon zu sein, diese beim Bewältigen und Lösen von Belastungen oder Problemen im Job wie im Privaten einsetzen zu können. An seine Stärken und Ressourcen denken. Selbst etwas bewirken und kontrollieren zu können, statt machtlos und ohnmächtig im Handeln zu sein.

 

Häufig ist man sich aber in einer akuten Krise wie einem Arbeitsplatzverlust oder einer Erkrankung oder einem Konflikt nicht bewusst, welche Fähigkeiten und Kompetenzen oder Möglichkeit für Unterstützung man besitzt, um diese zu bewältigen und zu lösen.

 

Resiliente Menschen vertrauen auf ihre Fähigkeiten und Kompetenzen, indem sie ihre eigenen – wie auch externe – Ressourcen wahrnehmen und stärken. Außerdem erinnern sie sich an schon gemeisterte Herausforderungen und Krisen, wodurch ihre Resilienz weiter gefördert wird.

 

Machen Sie doch einmal eine Rückschau auf ihre bisherigen Erfolge und überlegen Sie dann, welche schwierigen Situationen Sie im Leben letztendlich bewältigt und gemeistert haben. Was fällt Ihnen dabei auf? Was können Sie gut? Was unterstützt Sie gut?

 

 

Achtsamkeit

 

Dieser Aspekt hat auch viel mit Akzeptanz zu tun. Die Situation so wahrzunehmen, wie sie gerade jetzt im Moment ist, anstatt in die Vergangenheit oder die Zukunft zu schweifen. Im Hier und Jetzt zu leben und sich selbst zu spüren und sein eigenes Handeln bewusst wahrzunehmen.

 

Auch dies ist bei vielen Verpflichtungen und parallelen Aufträgen wie vielseitigen Rollen nicht immer einfach, doch am Ende sehr wichtig und hilfreich.

 

Resiliente Menschen fangen meistens ganz bewusst den Tag an, nehmen sich zunächst Zeit für kleine Atem- und/oder Meditationsübungen, bewusste Bewegung oder aufmerksames Lesen. Erst dann fangen sie mit dem Lesen und Beantworten von E-Mails oder den Telefonkonferenzen an. Sie üben sich also regelmäßig in Achtsamkeit.

 

Die Achtsamkeitspraxis zieht sich aber am besten durch den ganzen Tag, durch den Job und durch das Privatleben. Immer wieder innehalten und spüren, wie es einem geht. Wahrzunehmen, was ich gerade mache. Bewusst in meinem Tun, bewusst in meinen Pausen, bewusst in meinem Sein sein.

 

 

Selbstfürsorge

 

Viele Menschen sind damit beschäftigt, ihren Rollen und den Erwartungen anderer gerecht zu werden. Im Extremfall wollen sie es allen recht machen. Doch dies ist ein ganz schönes Unterfangen. Denn oftmals reicht uns die Zeit dafür nicht. Außerdem können einige der Erwartungen unseren eigenen Wünschen entgegenlaufen.

 

Wenn ich sehr viele Projekte durchführe oder viele Rollen innehabe, ist es umso wichtiger, auf mich selbst zu achten, statt mich zu verzetteln.

 

Mit genügend Achtsamkeit kann ich viel klarer und bewusster wahrnehmen, was ich persönlich möchte und brauche. Und dies ist der erste Schritt zu mehr Selbstfürsorge.

 

Selbstfürsorge bedeutet für mich, dass ich an erster Stelle auf mich selbst achte. Dass ich reflektiere, was ich selbst brauche, was gerade zu viel ist, was gerade zu wenig ist. Und mich um mich selbst kümmere.

 

Nur dann kann ich auch gute Führungskraft, Unternehmensinhaberin, Partnerin und Mutter sein.

 

Resiliente Menschen achten in der Regel intensiver als andere auf ihre eigenen Bedürfnisse – mentale wie körperliche.

 

Eine gute Selbstfürsorge kann vieles beinhalten. Zum Beispiel für genügend Ruhe und Erholung zu sorgen, regelmäßig zu entspannen, genügend Sport zu machen oder sich anderweitig zu bewegen, regelmäßige Auszeiten und Zeiten nur für sich zu pflegen und zu nutzen, Austausch mit anderen im Maße des eigenen Bedürfnisses zu betreiben.

 

 

Netzwerkorientierung

 

Netzwerkorientierung bedeutet unter anderem, dass ich mich traue, andere um Hilfe zu bitten und diese Hilfe auch anzunehmen. Das ist generell eine sehr wirksame Strategie, doch fällt sie vielen gar nicht leicht.

 

Resiliente Menschen nutzen, wo nötig und sinnvoll, die Hilfe und Unterstützung von anderen.

 

Konsequent angewandt heißt dies zum Beispiel für einen vielseitig Interessierten und Beschäftigten, dass er nicht alle seine tollen Ideen selbst bis ins kleinste Detail fertigstellen muss, sondern er sich hier auch unterstützen lassen kann. Ein Teammitglied, ein Subunternehmer, ein Kooperationspartner oder ein Freund. Je nachdem, worum es bei den Aufgaben geht.

 

Wichtig ist es sicherlich, solch ein Netzwerk zu pflegen und sozusagen auch einzuzahlen, indem man selbst Hilfe anbietet. Also ein Geben und Nehmen.

 

Wenn nötig muss aber auch einmal Nein gesagt werden, wenn es zu viel wird. Es ist also auch hier wichtig, achtsam zu sein und achtsam zu geben und zu nehmen.

 

 

 

Wie Sie erkennen, ob Sie resilient denken und handeln

 

Ich habe Ihnen zum Download ein Arbeitsblatt mit Beispielen zu typischen Gedanken und Verhaltensweisen von resilienten Menschen zusammengestellt.

 

Hier können Sie überprüfen, wo Sie schon heute resilient denken und handeln und wo resiliente Menschen für Sie ein Vorbild sein können zum Lernen und Verändern.

 

 

Hier geht es direkt zum Download des Arbeitsblattes „Resilient denken und handeln“.

 

à Link zum Download inkl. Email-Eingabe integrieren!

 

 

Wie geht es weiter?

 

Kommen wir nun zu Ihnen.

 

Am besten laden Sie sich direkt meinen Download herunter und schauen, was aktuell Ihre Gedanken und Verhaltensweisen sind. Anschließend können Sie diese als Zieldefinition umzuformulieren.

 

 

In Kürze wird das Online-Resilienz-Training von Saleh Amiralai und mir für Sie zum weiteren Üben an den Start gehen. Tragen Sie sich für meinen Newsletter ein, dann werden Sie direkt darüber informiert.

 

 

Viel Freude und gute Resilienz-Förderung für die Überraschungen „des wahren Lebens“!

 

 

Herzlichst

 

Ihre Sabine Machowski

 

 

Dieser Beitrag entstand im Rahmen der #Ideenparade von und für #lebensdurstigdeIdeenhelden. Eine Übersicht aller Artikel findest du in folgendem Beitrag. Vielen Dank an Diana Grabowski und Yasemin Akdemir für die Inspiration!

Gestern gab es übrigens spannende Beiträge von Lena Busch und von Sandra Elsig.

Heute erscheint zeitgleich von Christine Ali der Beitrag. Und morgen gibt es den finalen Beitrag von Diana Grabowski.

Viel Freude und Inspiration beim Lesen!

 

 

P.S.: Hier geht es direkt zum Download des Arbeitsblattes „Resilient denken und handeln“.

 

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